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Klassische Musik und Oper von Classissima

Jean Sibelius

Freitag 6. Mai 2016


nmz - neue musikzeitung

25. März

Sibelius und das Theater – eine CD-Reihe auf Naxos

nmz - neue musikzeitungJean Sibelius hat nur eine Kurzoper („Die Jungfrau im Turm“) hinterlassen. Die Schar seiner Anhänger könnte ihn, abgesehen von den Symphonien, symphonischen Dichtungen, „Kullervo“ und dem Violinkonzert, gar für einen Miniaturisten halten. Dass diese Sicht einseitig ist, lehrt ein genauerer Blick auf jene dreizehn Musiken, welche ursprünglich zur Umrahmung von Theaterstücken bestimmt waren. Hauptbild:  Weiterlesen

ouverture

12. März

The Last Words of Christ (Challenge Classics)

Das Ebonit Saxophone Quartet wurde 2011 am Konservatorium Amsterdam gegründet. Die Mitglieder des Ensembles – Simone Müller, Sopransaxophon, Dineke Nauta, Altsaxophon, Johannes Pfeuffer, Tenorsaxophon, und Pauline Marta Kulesza, Baritonsaxophon – haben alle in der Klasse von Arno Bornkamp studiert. Mittlerweile sind die jungen Musiker erfolgreich in der künstle- rischen Praxis angekommen, und haben bereits etliche Preise gewonnen; in der Saison 2016/17 werden sie als Preisträger des Wettbewerbes „Dutch Classical Talent“ auf eine Konzertreise durch die Niederlande gehen.  Für ihre Debüt-CD bei Challenge Classics haben vier Bläser Abschnitte aus Joseph Haydns Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze mit Musik aus dem 20. Jahrhundert kombiniert. Es sind Einzelsätze aus Werken von Max Reger, Anton Webern, Jean Sibelius und Dmitri Schostakowitsch, die in Gestus und Gestaltung zu Haydns berühmten Quartettsätzen passen. Die Arrangements dafür haben sie überwiegend selbst geschaffen.  Im Original ist vorgesehen, dass der Priester vor jedem Musikstück eines der sieben letzten Worte Jesu spricht. Um den Charakter dieser Medita- tionsmusik zu unterstreichen, haben die Musiker beschlossen, diese Texte ebenfalls vortragen zu lassen – leider haben sie auch die Meditation dazu gleich mit ausformuliert. Und die Sopranistin Claron McFadden interpre- tiert diese nun nicht mehr so prägnanten Sprechtexte mit einer Theatralik und einem Pathos, das bei mir, ich gebe es ungern zu, eher einen Lach- anfall auslöst als Andacht.  Musiziert wird allerdings prächtig. Ob der Saxophon-Sound dieses Ensembles wirklich zu den Haydn-Quartettsätzen passt, das ist Geschmackssache – mir ist er zu hell und zu wenig dramatisch. Aber das Nachtlied op. 138 Nr. 3 von Max Reger klingt wunderbar, und auf die Idee, anstelle des Haydnschen Erdbebens das Allegro-Allegretto aus Schostakowitschs siebentem Streichquartett zu spielen, muss man erst einmal kommen. 




Crescendo

9. März

Nordischer Botschafter - Per Nørgård, der nordische Botschafter

In Dänemark ist Per Nørgård so einflussreich wie einst Carl Nielsen, doch außerhalb des dänischen und skandinavischen Kulturkreises ist der Komponist noch unbekannt. Die Verleihung des Ernst von Siemens Musikpreises dürfte dies ändern.Per Nørgård traf ich erstmals 1994 in Kopenhagen. Lange schon hatte ich mich auf Anregung Sergiu Celibidaches mit Nørgårds Musik befasst. Als Celibidache in späten Jahren nach großen zeitgenössischen Komponisten gefragt wurde, nannte er drei Namen: „Der Däne Per Nørgård, der Schwede Sven-Erik Bäck und der Franzose Henri Dutilleux.“ Eine höchst unorthodoxe Liste, deren Relevanz im Nachhinein durch zwei Siemens-Musikpreise unterstrichen wird. Nørgårds Zweite Sinfonie von 1971 ist Celibidache gewidmet, doch kurz vor der geplanten Uraufführung kam es zum Crash zwischen Celibidache und der Administration des Dänischen Rundfunk-Symphonieorchesters, und in der Folge hat Celibidache zum großen Bedauern Nørgårds nie ein Werk von ihm dirigiert. Ich traf also Nørgård und war überrascht von seiner freigeistigen Jugendlichkeit und grenzenlos erscheinenden Offenheit. Er erzählte von der frühen Entdeckung der irrationalen Welt der Musik von Jean Sibelius, dem Prinzip des „Die Natur bestimmt mit“, das ihn sein Leben lang begleiten sollte. Als von der Idee der Integration aller im menschlichen Wesen potenziell wirkenden Aspekte beseelter Geist entdeckte er das mystische Erbe des Ostens und suchte forthin die Verbindung mit der Ratio der westlichen Kultur und ihrem unablässigen Forscherdrang. Nachdem er als Junge die deutsche Besatzung und ideologische Vereinnahmung Dänemarks erlebt hatte, hinterfragte er stets alle zeitbedingten Dogmen und Wertungen. Als er Ende der Fünfzigerjahre nach Paris kam, war der Serialismus mit seinem Alleinherrschaftsanspruch en vogue, und die Fluxus-Bewegung mit ihrer totalen Anarchie florierte als alle Strukturen ablehnende Gegenströmung. Nørgård fühlte sich als Fremder inmitten des geschäftigen Treibens und suchte seinen eigenen strukturgebenden, formkonstituierenden Ausgangspunkt. So entdeckte er die melodische Unendlichkeitsreihe, die Zauberformel in seinem Schaffen. Aufgrund der ihr innewohnenden generierenden Kraft und der vom Kleinsten bis ins Große wirkenden Selbstähnlichkeitsprinzipien, die wie eine Vorwegnahme der optischen Veranschaulichungen der Chaosforschung durch Benoît Mandelbrot anmuten, erscheint Nørgårds Musik nicht beabsichtigt in ihren Wirkungen und Prozessen, sondern so, als entstünde sie naturhaft von selbst und folgte den ihr innewohnenden Triebkräften. Dieses melodische Prinzip trat in Wechselwirkung mit bewusster Ableitung der vertikalen Harmonie aus der Naturtonreihe und einer alle Errungenschaften westlicher Komplexität transzendierenden Rhythmik, die auf Proportionen des Goldenen Schnitts beruht, was eine vollkommen neuartige Proportionierung des zeitlichen Verlaufs zur Folge hat. In den Siebzigerjahren entwickelte Nørgård diesen sich aus gegensätzlichen Kräften speisenden Tönekosmos zu staunenswerter Vollendung, von der Zweiten Sinfonie, der Voyage into the Golden Screen und der psychedelisch inspirierten Oper Gilgamesh bis zu den hermetischen Gefilden der gigantisch dimensionierten Dritten Sinfonie und der Oper Siddharta. Es war der Durchbruch einer neuen Tonsprache von irisierender Schönheit, die dem Hörer den Geschmack unendlicher Weite vermittelt: „Diese Periode meines Schaffens wurde später als Vorwegnahme der ‚spektralen Musik‘ entdeckt.“ Doch auf dem Höhepunkt dieser Entwicklung angelangt, empfand der Integrator Nørgård, in dieser makellosen Welt nicht alles sagen zu können, denn die dunkle Seite des menschlichen Wesens blieb bei aller Empfänglichkeit für feinste Nuancen unterrepräsentiert. Er entdeckte das Schaffen des schizophrenen Schweizer Künstlers Adolf Wölfli (1864 –1930), und die zugespitzte Verrücktheit von dessen fantastischer Innenwelt gab den Anstoß zu einer dramatischen Wende. 1981 vollendete er seine Vierte Sinfonie, die den Wölfli’schen Titel Indischer Roosen-Gaarten und chineesischer Hexen-See trägt. Die Mächte des Chaos hielten Einzug in seinen hermetischen Kosmos und brachten jene Gefährdung mit sich, die unserer Lebensrealität entspricht. Die Begegnung mit dem Wahnsinn erst verhilft dem Menschen, sich als unbegrenzte Ganzheit wahrzunehmen: „Es war unvorhersehbar, wie der Rhythmus sich entwickelte – diese neuen rhythmischen Formen hätte ich in der Geborgenheit des strahlenden Universums nicht entdeckt. Die ‚Goldenen Schnitte‘ sind ewig und göttlich, doch wir leben nicht in dieser ewigen Harmonie, und wir sind nicht heilig. Wir brauchen unbedingt das Verständnis für Ambivalenz, die unsere Welt auf allen Ebenen prägt. Ich habe für Wölflis Erlebniswelt eine immense Zuneigung, sie ist Ausdruck von unerträglichem Schmerz, der ungeheuer euphorische Visionen freimacht. Er legt die Archetypen unseres Daseins in radikalster Form frei, wie im Ineinander von Rosengarten und Hexensee.“ Nørgård begann früh mit dem Komponieren, und schon das Adagio di Preludio für Streicher von 1951, das er als knapp Neunjähriger schrieb, besticht durch die wesentlichen Merkmale seines Reifestils: absolute Offenheit und eine hellwache Wahrnehmung für Interferenzen, Sensitivität für feinste Schattierungen des Ausdrucks, immer auch der Bezug zur Stille und zum Unerwarteten, die Fähigkeit, auch mit sparsamen melodischen Gesten und rhythmischen Verschiebungen stets Essenzielles zu sagen. Das Glück wollte es, dass er mit Vagn Holmboe (1909–96) einen Lehrer fand, der als herausragender Sinfoniker seiner Generation eine naturhafte Metamorphose-Technik entwickelte, die die Musik aus den ihren Motiven innewohnenden Kräften gewaltige Entwicklungspotenziale freisetzen lässt. Nørgårds Hauptwerke der Fünfzigerjahre wie seine Erste Sinfonie oder die Constellationer für fünfzehn Streicher sind ein Aufbruch in unermessliche innere Weiten. Noch ist hier sein Schaffen als Fortsetzung der Tradition der klassischen Moderne, auf Sibelius, Bartók und Holmboe fußend, verortbar, doch dann kamen die großen Veränderungen, die bis heute anhalten. So sagte er über seine 1990 vollendete Fünfte Sinfonie: „Sie ist ein Drache, ein unheimliches Wesen – ich weiß nicht, ob sie ein- oder mehrsätzig ist: verschiedene Schichten von Bewegungen, immer wellenhaft, dabei ab und zu so große Wellen, dass die Hörgrenze über- oder unterschritten wird, bis zum Tsunami, und immer bedrohlich.“ 2010/2011 schrieb Nørgård seine Achte Sinfonie, und die Ersteinspielung durch die Wiener Philharmoniker unter Sakari Oramo (gekoppelt mit der Ersten Sinfonie) dürfte, wie auch die Verleihung des Kravis Prize der New Yorker Philharmoniker, Anlass gewesen sein, dass die Juroren des Ernst von Siemens Musikpreises auf ihn aufmerksam wurden. Er ist der erste nordische Komponist, der mit diesem wichtigsten deutschen Musikpreis ausgezeichnet wird. In Dänemark so einflussreich wie vor ihm nur Carl Nielsen, ist Nørgårds Wirkung bislang über Skandinavien hinaus marginal gewesen. Das kann sich jetzt ändern, und seine integrale Botschaft ist heute aktueller denn je. Ohne jede Begrenzung findet alles Eingang in sein Schaffen, das sich seit der durch die Erfahrung Wölfli initiierten Öffnung stets auf dem schmalen Grat zwischen unveränderlicher Ordnung und chaotischen Verwerfungen bewegt. Unvoreingenommene Wahrnehmung und flexible Wechselbeziehung sind die Grundlagen von Per Nørgårds Musik. Christoph Schlüren Sakari Oramo: Sinfonien 1+8 Dacapo (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-) Leif Segerstam: Sinfonia Austera / Sinfonie 2 Chandos Records (Note 1 Musikvertrieb) Thomas Dausgaard: Sinfonien 3+7 Dacapo (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-) Leif Segerstam: Sinfonien 4, 5 Chandos Records (Note 1 Musikvertrieb) Thomas Dausgaard: Nörgard: Sinfonie 6 Chandos Records (Note 1 Musikvertrieb) Vetö: Gilgamesh (Ga)/Voyage Into the Marco Polo Stefan Östersjö: Tales from the North Gitarrsol Caprice (Naxos Deutschland Musik & Video Vertriebs-)



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