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Klassische Musik und Oper von Classissima

Jean Sibelius

Donnerstag 11. Februar 2016


Crescendo

28. Januar

Ernst von Siemens Musikpreis an Per Nørgård - Ernst von Siemens Musikpreis an Per Nørgård

CrescendoDer internationale Ernst von Siemens Musikpreis geht 2016 an den dänischen Komponisten Per Nørgård. Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250.000 Euro dotiert. Der Preis wird Per Nørgård am 2. Mai 2016 im Münchner Prinzregententheater durch den Präsidenten der Bayerischen Akademie der Schönen Künste überreicht. Insgesamt vergibt die Ernst von Siemens Musikstiftung über drei Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern.Per Nørgård ist einer der originellsten Komponisten des Nordens, dessen Werk doch weit über die skandinavischen Grenzen hinaus von einzigartiger Bedeutung ist. Das Kuratorium der Ernst von Siemens Musikstiftung zeichnet den 1932 geborenen Dänen für ein kompositorisches Lebenswerk aus, das sich über nahezu alle musikalischen Gattungen erstreckt. Nørgårds Musik hat ihren Ursprung dabei fest in der musikalischen Tradition Skandinaviens ohne jedoch in ihr zu verharren. Sein Schaffen ist von frühester Jugend an getrieben von einer unermüdlichen Neugier: Fast jedes Lebensjahrzehnt des Komponisten ist durch eine unvergleichliche kompositorische Phase geprägt. Seine Lust am Neuen lässt Nørgård nicht nur Erprobtes und Bewährtes überdenken, sondern immer wieder ändert er die Paradigmen seines Komponierens – ohne sich dabei selbst zu verleugnen. Nørgård wächst als Sohn eines Textilkaufmanns in einem Arbeiterviertel Kopenhagens auf, wo seine Eltern einen Laden für Brautmoden betreiben. Früh zeigt Nørgård eine kreative Doppelbegabung für Musik und Malerei. Doch Nørgård entscheidet sich für die Musik und wird als 17-Jähriger Schüler des dänischen Komponisten Vagn Homboe, um wenig später an der Königlich Dänischen Musikakademie zu studieren (1952–1955). „Auch wenn viele Leute dachten, ich würde Maler werden, wusste ich von Anfang an, dass dies nicht mein Weg ist. Es musste Musik sein, da in ihr Unendlichkeit enthalten ist“, erklärt Nørgård diesen Schritt. Um den Unendlichkeitsbegriff wird Nørgårds musikalisches Denken ein Leben lang kreisen. Bereits sein Werk Constellations für zwölf Solostreicher (1958) deutet dies an. Ihre volle Kraft aber entfalten Nørgårds musikalische Ideen in dem Kammerorchesterwerk Voyage Into The Golden Screen (1968). Nørgård entwickelt hier eine kompositorische Technik, die er infinity series nennt, „das einzige theoretische Modell, mit dem ich je gearbeitet habe“. Es handelt sich dabei um eine Methode, bei der sich dieselben musikalischen Strukturen immer wieder neu auf verschiedenen Ebenen entfalten, sich dabei aufeinander beziehen und zu einem weiten Netz verspinnen – ein Konzept, das unübersehbar Elemente der fraktalen Geometrie aufweist. Dieses Unendlicheitsdenken gipfelt in Nørgårds 3. Sinfonie (1974) – einem gewaltigen Werk mit großem Orchester und zwei Chören. Aber auch die Opern Gilgamesh (1972) und Siddartha (1974–1979) sind geprägt von der infinity series. In den frühen 80er Jahren folgt eine Schaffensphase, in der sich Nørgård intensiv mit Adolf Wölfli beschäftigt, einem schweizerischen Künstler, der den Großteil seines Lebens mit der Diagnose Schizophrenie in einer Nervenheilanstalt zubringt. In Nørgårds Werk hält das Irrationale, Ungeordnete Einzug, das sich in einem gesteigerten Maß an Komplexität ausdrückt. In der Oper The Divine Tivoli (1982) tritt die Figur Wölflis selbst auf und auch Nørgårds 4. Sinfonie geht zurück auf „eine Idee aus Wölfli“. Noch bis in die jüngste Zeit wird dieser Stoff Nørgård nicht loslassen. Die 5. Sinfonie, ein Einzelsatz, komponiert anlässlich der 125. Geburtstage von Carl Nielsen und Jean Sibelius, kündigt erneut einen Wandel im Schaffen Nørgårds an. Die Werke der 1990er Jahre sind geprägt von Expressivität und geradezu surrealen Stimmungen. Der Hörer wird mit einer chaotischen, mitunter verstörenden Klangwelt konfrontiert. Spätestens in diesen Jahren wird auch deutlich, dass sich Nørgård zu einem der größten Sinfoniker seiner Zeit entwickelt hat. Jede der folgenden großen Sinfonien bestätigt dies durch ihre Einzigartigkeit. Ein vorläufiger Höhepunkt ist Nørgårds 8. Sinfonie (2012). Doch Per Nørgårds musikalisches Lebensthema ist die Unendlichkeit und damit liegt die Hoffnung nahe, dass auch sein Werk, das längst ein Lebenswerk ist, noch viele Anfänge für sich entdeckt, denn „diese bewegte Unbewegtheit, die darin wurzelt, dass ich nie etwas beenden kann, sobald es angefangen hat – das ist gewissermaßen mein Credo. Das Ende ist der Anfang und der Anfang ist das Ende.“ Der Ernst von Siemens Musikpreis wird Per Nørgård am 2. Mai 2016 im Münchner Prinzregententheater bei einem musikalischen Festakt verliehen. Michael Krüger, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, wird die hohe Auszeichnung überreichen. Zudem verleiht die Ernst von Siemens Musikstiftung drei Förderpreise an junge, vielversprechende Komponisten. Die Preise werden durch den Vorsitzenden des Kuratoriums, Thomas Angyan, überreicht. Das Freiburger ensemble recherche wird Seadrift und Scintillation von Per Nørgård sowie je ein Stück der Komponisten-Förderpreisträger spielen. Die Namen der Förderpreisträger veröffentlicht die Ernst von Siemens Musikstiftung Ende Februar. Insgesamt vergibt die Stiftung über 3,2 Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern. Gefördert werden 2016 weltweit rund 150 Projekte im zeitgenössischen Musikbereich. Der größte Anteil der Förderung entfällt erneut auf Kompositionsaufträge, aber auch Festivals, Konzerte, Kinder- und Jugendprojekte sowie Publikationen werden mit Fördergeldern bedacht. 250.000 Euro entfallen auf die Dotierung des Hauptpreises und je 35.000 Euro sowie die Produktion einer Porträt-CD erhalten die Komponisten-Förderpreisträger. Außerdem stellt die Ernst von Siemens Musikstiftung zusätzliche Mittel für die neue Reihe räsonanz – Stifterkonzerte zur Verfügung. Das erste Konzert im Rahmen dieser Kooperation mit dem LUCERNE FESTIVAL und der musica viva des Bayerischen Rundfunks findet am 27. Februar 2016 im Münchner Prinzregententheater statt.

nmz - neue musikzeitung

9. Februar

unüberhörbar 2016/02

Tipps von Mátyás Kiss, Hanspeter Krellmann und Wolf Loeckle +++ Federico Moreno Torroba: Gitarrenwerke. Frank Bungarten +++ Jean Sibelius: Sinfonien 1–7; Lahti Symphony Orchestra, Okko Kamu +++ Giya Kantscheli: Chiaroscuro. Gidon Kremer, Patricia Kopatchinskaja, Kremerata Baltica +++ Weiterlesen




Crescendo

14. Januar

Zum Beispiel der große Rudolf Schock! - Zum Beispiel der große Rudolf Schock!

Jubiläen sind wunderbar, findet Axel Brüggemann, doch nicht alle bekommen die Bühne, die sie verdient hätten. Ein Loblied auf Rudolf Schock, der im letzten Jahr hundert geworden wäre.Zugegeben, ich mag Geburtstage: gute Freunde, gutes Essen, guter Wein. Dazu die Erinnerung an Wege, die man gemeinsam mit der Familie gegangen ist, an Abenteuer, die man mit Freunden erlebt hat, an Projekte, die man mit Kollegen ausgeheckt hat – an das Scheitern und Siegen im Großen und im Kleinen. Geburtstage sind wie ein Blick in den Spiegel, eine Standortbestimmung, ein Rückblick, eine Einordnung der Gegenwart und ein Ausblick auf das, was noch kommen könnte. Geburtstage geben Zeit und Raum, das eigene Dasein mit der Welt abzugleichen. Sie sind Momente des Innehaltens, der Feier des Lebens und seiner Alltäglichkeiten. In der klassischen Musik sind Geburtstage und Jubiläen auch die Möglichkeit, all das zu entdecken, was viel zu lange verschollen war und all jenes auszugraben, was zu Unrecht vergessen wurde. An Geburtstagen lassen sich auch alte Perspektiven neu vermessen. Jubiläen werden oft verschmäht wie die Goldene Hochzeit von Oma und Opa. Aber für viele Medien sind sie noch immer sogenannte „Aufhänger“, Anlässe, um das zu thematisieren, was sonst unter den Tisch fällt. Kurz: Geburtstage sind ein guter Grund für Entdeckungen! Das Jubiläumsjahr 2015 war für mich auch deshalb spannend, weil ich durch den Sibelius-Geburtstag und die Berichterstattung über den oft belächelten Finnen endlich gezwungen wurde, mich mit ihm auseinanderzusetzen. Und, ja, ich habe ihn und seine Musik, die ich lange für großen Kitsch hielt, neu entdeckt. Vor zwei Monaten wurde der 80. Geburtstag von Luciano Pavarotti gefeiert. Als ich sah, wie Freunde auf Facebook seine alten Videos teilten und als ich ihn im Fernsehen als einen der „Drei Tenöre“ singen hörte, erinnerte ich mich an meinen letzten Besuch bei ihm in Modena. Das war ein Jahr vor seinem Tod. Mitten im Sommer war das Haus von „Big P.“ noch weihnachtlich dekoriert. Er saß – groß und zusammengesunken – in roten Shorts am Tisch. Es fiel ihm schwer, sich wachzuhalten. Der Mann hinter dem Bart war melancholisch und müde. Für mich war das erschütternd. Als ich ihn fragte, ob er selbst noch vom Sprungbrett in den Pool springen würde, lachte er: „Nein, das ist nur noch für die Kinder.“ Als ich damals sein Grundstück verließ, wurde Pavarotti gerade wegen seiner Liebschaften, der Ehe-Streitereien und wegen irgendwelcher Steuerdinge in der Boulevardpresse angegriffen, viele hielten ihn für eine Karikatur seiner selbst. Seine Stimme rückte in den Schatten, die Legende wurde demontiert, seine Lebensleistung wurde dem Alltag geopfert. Pavarotti, die Jahrhundertstimme, war mit den Worten der New York Times inzwischen der „fat man who can’t sing“. Jetzt, an seinem 80. Geburtstag, am 12. Oktober 2015, wurde mir wieder klar, dass ich damals zwar einen müden Mann, aber eben auch einen Unsterblichen besucht hatte. Ich hatte dieses Jahr allerdings auch ernüchternde Erfahrungen mit der Jubiläums-Erinnerungskultur unserer Medien. Ein Freund und Produzent wollte gemeinsam mit mir einen Film zum 100. Geburtstag von Rudolf Schock drehen. Der Ausnahmesänger wurde vor 100 Jahren am 4. September 2015 in Duisburg geboren. Sein Leben ist ein urdeutscher Soundtrack gewesen: der Arbeitersohn, dessen Vater im Ersten Weltkrieg kämpfte, das Kind, das in der Republik von Weimar Kohle stehlen musste, der Mann, der eine Frisörausbildung begann und eher zufällig von einer reichen Kundin musikalisch gefördert wurde. Rudolf Schock war jemand, für den die Stimme eine Naturgewalt war: der ungehemmte, unverschlissene, ewig wache Ausdruck des Menschseins. Gerade, als seine Karriere begann, wurde er von Hitler an die Front geschickt. Er liebte das Leben und begegnete immer wieder dem Tod. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm er alle Engagements an, egal ob in Ost- oder Westberlin – er fand verschlungene Wege über die Grenze, ignorierte die Trennung des Landes. Schock wurde zur Stimme des Wirtschaftswunders, lernte das Who is Who im Nachkriegsdeutschland kennen und konnte es sich irgendwann leisten, eine Villa am Starnberger See zu bauen. Mit seiner Stimme wollte er auch verarbeiten: das eigene Leiden, das Leiden seiner Familie, das Leiden Deutschlands. Sicher, er war kein 68er, kein Revoluzzer, stattdessen verkörperte er ein anderes Deutschland, das Deutschland all jener, die so viel Unerträgliches erlebt hatten, dass sie nun endlich einmal glücklich sein wollten.



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